Wer eine Reiseidee hat, stellt sich schnell einen ganzen Haufen Fragen, bei Malta ist das nicht anders: Wie viele Tage sollte man für den kleinen Mittelmeerstaat man einplanen? Was kostet der Spaß? Gibt es kulturelle Eigenheiten zu beachten? Und lohnt sich die Reise zum erträumten Ziel wirklich oder wird man am Ende noch enttäuscht? Die Antworten auf diese Fragen gibt es hier!

Reisedauer

Mit einer Fläche von nur 316 km² ist Malta wirklich überschaubar, hat aber dennoch einiges zu bieten. Wir sind mit einer Reisedauer von 12 Tagen (10 Erlebnistage, 2 Tage An-/Abreise) gut ausgekommen. Dabei haben wir uns ausgiebig mit einer dreitägigen Inselumrundung Gozo gewidmet und drei Unterkunftsstationen mit Tagesausflügen auf der Hauptinsel gehabt. Bade- oder Ruhetage gab es bei uns nicht, doch auch unsere Erlebnistage waren nicht überfüllt und trotzdem können wir sagen, wir haben so gut wie alles gesehen. Mit einem 14-tägigen Urlaub im kleinen Mittelmeerstaat kann man also nichts verkehrt machen.

Ein Besuch in der Hauptstadt

Natürlich ist Valletta auch ein gern angefahrenes Ziel auf Mittelmeerkreuzfahrten, auch am Tag unserer Ankunft lag ein Kreuzfahrtschiff im Hafen, was uns im Nachhinein die Menschenmengen auf der Hauptstraße erklärt hat. Allerdings ist, zumindest im März, es nicht wie in Dubrovnik, wo wirklich jeden Tag eines der riesigen Hotelschiffe anlegt, sondern es legen wöchentlich zwei Schiffe an, die jeweils einen Tag bleiben. Am Tag unseres ausgiebigen Stadtrundgangs lag beispielsweise kein Schiff im Hafen und das Menschenaufkommen in der Stadt war spürbar geringer. Wer also einen Tagestrip in die Hauptstadt Maltas plant und nicht an einen bestimmten Tag gebunden ist, sollte vorab mal einen Blick auf die Seite des Kreuzfahrthafens Valletta werfen. Hier werden die Schiffe monatsweise mit Ankunfts- und Abfahrtszeit aufgelistet und es finden sich ein paar schiffsfreie Tage, an denen es in der Stadt etwas ruhiger zugehen dürfte.

Maltesische Geschichte erleben

Zur Vorbereitung eines Besuchs und Preisrecherche für Sehenswürdigkeiten in Valletta, aber auch überall sonst auf der Hauptinsel und auf der Insel Gozo lohnt sich außerdem ein Blick auf die Seite von Heritage Malta, der nationalen Behörde für Museen und Kulturerbe. Ihr unterstehen einige der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten Maltas, welche alle hervorragend gepflegt sind. Die Seite informiert nicht nur umfassend und aktuell, sondern ermöglicht es auch vorab Tickets zu erwerben oder die bei einigen Sehenswürdigkeiten notwendige Terminbuchung vorzunehmen. Allerdings gilt es zu beachten, dass es neben den hier geführten Touristenmagneten auch einige andere sehenswerte Kirchen und historische Stätten gibt, die durch die Überrepräsentation der Heritage-Malta-Attraktionen im Internet schwieriger zu finden sind.

Lokale Küche

Malta ist nach wie vor geprägt von der Zeit unter britischer Herrschaft, das gilt zum Teil auch für die maltesische Küche. Das klingt für manche vielleicht erstmal abschreckend, aber auch die Nähe zu Italien und die typischen mediterranen Gewürze schlagen sich in der Kulinarik nieder. Spezialitäten, die wir absolut uneingeschränkt empfehlen können, sind Fenek und Ftira.

Fenek bezeichnet eine Art Eintopf aus Kaninchen, Tomaten, Erbsen und Rotwein. Oft sind es auch nicht nur Teile eines Kaninchens, sondern tatsächlich ein ganzes Tier, feinsäuberlich zerlegt und dennoch vollständig. Wir haben uns im Bottegin Palazzo Xara in Rabat zu zweit an das Kaninchen gewagt, für 44 € kam ein ganzer Topf auf den Tisch. Dazu gab es eine große Portion Pommes und was sollen wir sagen, wir haben es beim besten Willen nicht geschafft, alles aufzuessen und ließen uns den Rest einpacken.

Ftira ist unsere kulinarische Lieblingsentdeckung der Reise. Kurz gesagt ist es ein kleines belegtes Sauerteigbrot, aber es ist soooo lecker! Die kleinen Brote werden teils warm serviert und es gibt sie mit verschiedensten Belägen. In Valetta findet man Ftira eher in kleinen Lokalen in der Nebenstraße, zum Beispiel im Piadina Caffe in der St. Lucia’s Street. Der Laden ist so klein, dass man sich darin kaum um die eigene Achse drehen kann, dafür sind Ftira und Service einsame Spitze! Auch in Rabat haben wir eine leckere Ftira gefunden und Galeriecharakter gab es bei Coffee Circus Smile noch dazu.

Bus fahren will gelernt sein

Auf den maltesischen Inseln herrscht Linksverkehr, in dieser Hinsicht völlig erfahrungsfrei, ist für uns völlig klar, dass wir unter diesen Umständen nicht Auto fahren wollen. Abgesehen davon, haben wir uns auch sonst bisher immer von Mietautos ferngehalten, vor allem weil es sich für uns mit Blick auf die Kosten meist nicht lohnen würde. Noch dazu haben wir bisher eigentlich nur gute Erfahrungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in unseren Urlauben gemacht, so auch auf Malta. Das Busnetz ist sehr gut ausgebaut und in Valletta laufen alle Linien am zentralen Busbahnhof nahe des Tritonbrunnens zusammen. Eine Einzelfahrt von bis zu zwei Stunden Länge kostet 2,50 € (Stand 2024). Als kleiner Anhaltspunkt: in zwei Stunden kommt man einmal quer über die Hauptinsel. Die Tickets kann man bei Zustieg im Bus kaufen und direkt kontaktlos mit Karte bezahlen. Wer vor hat viel über die Inseln zu fahren, für den könnten sich auch die Sonderangebotskarten der maltesischen Verkehrsbetriebe lohnen.

Für den Zustieg an etwas entlegeneren Haltestellen in kleineren Orten der Insel gibt es aber einen Trick: Man sollte die Hand heben, sonst fährt der Bus einfach weiter. Woher wir das wissen? Tja, bei einer unserer Fahrten, sind erstmal zwei oder drei Busse der richtigen Linie einfach an uns vorbeigefahren und wahrscheinlich hätten wir noch eine Weile an der Haltestelle gestanden, wäre nicht eine Einheimische dazugekommen, bei der wir uns das richtige Vorgehen abschauen konnten.

Wir reden über Geld

Eine der wichtigsten Fragen bei der Reiseplanung: Was kostet das dann so? Wer uns kennt oder schon ein paar unserer Reiseberichte gelesen hat, weiß, dass es in unseren Urlauben nicht unbedingt luxuriös zu geht. Uns reichen meist einfach Unterkünfte, oft ohne Frühstück, aber mit eigenem Bad. Mit diesen recht bescheidenen Ansprüchen haben wir in Malta im Schnitt 25 € pro Person pro Nacht für Unterkünfte ausgegeben. Für die Verpflegung kamen nochmal etwa 30 € pro Tag und Nase dazu. Was haben wir dafür bekommen? Wir waren ungefähr fünfmal Abendessen (mit dabei ein traditionell zubereiteter Hase und sehr leckere Ravioli in Rabat), haben tagsüber immer mal wieder Imbisse in Cafés genommen und uns sonst mit Lebensmitteln aus dem Supermarkt versorgt.

Für Bus- und Fährfahrten kamen insgesamt 22 € pro Person zusammen, also etwa 2 € pro Tag. Dabei sind wir einmal von Valletta mit der Schnellfähre nach Gozo und mit der Autofähre von Gozo zurück nach Cirkewwa übergesetzt. Etwas stärker zu Buche geschlagen hat die Taxifahrt vom Flughafen nach Valletta am späten Abend unserer Ankunft, etwas anderes blieb uns an der Stelle allerdings nicht übrig, denn der Busverkehr war um die Zeit schon eingestellt. Ganz grob zusammengerechnet, waren wir inklusive Eintrittsgelder letztendlich bei 60 € pro Tag und Person.

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1 Kommentar

  1. Hallo ihr 2,
    schöne Zusammenfassung der ich nur zustimmen kann. Wir haben vielleicht etwas „luxuriöser“ gehaust als ihr, sind dabei aber auch mit 85 Euro pro Tag pro Person ausgekommen. Auch ich würde keinen Mietwagen nehmen, zumal in Malta Linksverkehr herrscht, und das noch mit „mediterranem“ Fahrtstil… Praktisch fand ich das Wochenticket des ÖPNV für beliebig viele Fahrten für 21 Euro (2023). Und was das Essen angeht, empfehle ich noch das Lokal „Tal Funar“ in Xaghra, ein Tipp unseres Gastgebers auf Gozo, mit traditionell gozitanischer Küche und ebenfalls sehr leckerer Ftira!
    Wenn ihr wollt, könnt ihr gerne auch mal in meinem Reisebericht in Erinnerungen schwelgen.
    LG!
    Christian

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