Orte, an denen das Leben anders als gewohnt läuft, die in ihrer Art trotz relativer räumlicher Nähe den „normalen“ Städten und Dörfern weit entfernt sind, faszinieren mich. Ein solcher Ort war Doberdol, wo wir bei unserer Fernwanderung des Peaks of the Balkan eine Nacht verbracht haben. Ein solcher Ort war für mich auch die Insel Prangli, etwa neun Kilometer vor der estnischen Küste. Sie ist die nördlichste dauerhaft bewohnte Insel Estlands und auch die einzige Insel, die man von Tallinn aus auch im Winter erreichen kann. So werden Aegna und Naissaar beispielsweise nur von Mai bis September regelmäßig von Fähren angefahren. Doch was macht Prangli so besonders, wie kommt man überhaupt hin – und was lässt sich dort, vor allem im Winter, eigentlich unternehmen?

Anreise nach Prangli

Von Anfang November bis Ende Mai wird Prangli ein bis drei Mal täglich von Sunlines mit der Fähre „Wrangö“ angefahren, im Sommer/Herbst auch öfter – die Überfahrt kostet pro Person 8€ one-way. Doch man kann sich nicht einfach in Tallinn zum Fährterminal begeben und los geht es, nein, zunächst einmal muss man zum Anleger in Leppneeme gelangen. Der Ort ist mit dem Auto etwa eine halbe Stunde von Tallinn entfernt, man kann aber auch mit dem Bus (Zielhaltestelle Leppneeme sadam) dorthin fahren. Für einen Tagesausflug empfiehlt es sich, die erste Fähre des Tages zu nehmen, und so standen wir Ende Dezember um etwa 8.30 Uhr in der Dunkelheit am Fähranleger und froren. Um 9 Uhr sollte die Fähre ablegen, doch erst einmal musste sie ihre erste Fahrt des Tages von Prangli ans Festland beenden. Wir hatten etwa eine Viertelstunde in der Kälte und dem Sturm gewartet, Gesellschaft leistete uns nur eine Katze, da erschienen die Lichter der „Wrangö“ in der Hafeneinfahrt. Einige Einwohner Pranglis verließen die Fähre, mutmaßlich um ihren Arbeitstag in Tallinn oder der Umgebung zu beginnen, wir betraten die Fähre und machten es uns im Innenbereich gemütlich – sogar eine WLAN-Verbindung ist vorhanden. Obwohl hier Sitzplätze für mehr als 40 Menschen zur Verfügung stehen, sollten wir die einzigen Passagiere bleiben – hätte uns das zu denken geben sollen? „Ticket есть?“ fragte ein Mitglied der durch die Bank weg nicht englisch-sprechenden Besatzung. Natürlich hatten wir ein Ticket, zeigten dieses vor, und bekamen quasi im Gegenzug jeder einen Müllbeutel in die Hand gedrückt. Gestisch und onomatopoetisch machte uns der Seebär deutlich, dass dies unser Kotzbeutel sei. Aufgrund von Sturm hatte es an den beiden Tagen zuvor übrigens Einschränkungen bzw. Abweichungen in der Fährverbindung gegeben. Das konnte ja lustig werden… Pünktlich um 9 Uhr legte die Fähre ab und alsbald begann das Schiff zu schwanken, sodass die einstündige Überfahrt zwar durchaus ruppig, aber doch erträglich wurde. Die Mülltüten fanden daher keine Verwendung – bis sich Franzi bei der Einfahrt in den Hafen von Prangli zu ihrem Rucksack herunterbeugte, um etwas herauszuholen. Diese Abwärtsbewegung hätte ihr Magen wohl nicht gebraucht…

Zu Fuß über Prangli – ein Rundgang über die Insel

Wir verließen die Fähre und fanden uns im Hafen Kelnase wieder – und obwohl die Fähre erst am Nachmittag wieder auslaufen würde und keine weiteren Passagiere in Empfang zu nehmen waren, stand dort ein kleiner Menschenauflauf. Ausschließlich Männer mittleren Alters hatten die Ankunft der Fähre abgewartet – das Highlight des Tages?

Nun waren wir also auf Prangli angekommen und hatten sechseinhalb Stunden bis zur Rückfahrt. Die Wege auf der Insel sind überschaubar, und alles, was wir an diesem Tag sehen wollten, ließ sich problemlos zu Fuß erreichen.

Wie also verbringt man einen Tag auf Prangli? Auf Prangli leben dauerhaft nur knapp 100 Menschen, im Sommer kommen nochmals 50 bis 100 temporäre Bewohner hinzu. Für diese Inselbevölkerung gibt es eine Kirche, einen kleinen Laden mit Essen und Dingen des täglichen Bedarfs, eine Grundschule, ein Café am Hafen und ein Gemeindehaus. Im Sommer, wenn Tourismus eher ein Faktor ist, hat auch ein Restaurant (Prangli Saare-Resto) geöffnet, und es gibt mehrere Campingplätze sowie einige Ferienhäuser für Übernachtungsgäste auf der Insel. Wir wollten diesen abgeschiedenen und in sich geschlossenen Ort erkunden, und machten uns daher vom Hafen aus in Richtung Süden auf.

Und wir sollten überrascht sein, wie viele kleine Highlights und Mini-Sehenswürdigkeiten es zu entdecken gibt! Überrascht auch deshalb, weil Infos über Prangli – ob deutsch- oder englischsprachig im Internet eher rar sind – und die Insel auch bei Komoot noch nicht wirklich „erschlossen“ wurde – beiden Missständen wollen bzw. haben wir schon Abhilfe geschaffen.

Wir folgten zunächst der Haupt- und einzigen wirklichen Straße und gelangten bald ins „Zentrum“ der Insel, wo die meisten der zuvor genannten Einrichtungen liegen. Auf dem Weg bekamen wir zahlreiche alte Fahrzeuge aus Sowjetzeiten, mit denen man im Sommer Rundtouren über die Insel machen kann, sowie kleine, süße Holzhäuser im besten Skandinavien-Style zu sehen. Kurz vor der Rettungswache bogen wir dann in Richtung Osten in den Wald ab und nun sollten sich die Highlights nahtlos aneinanderreihen!

Sehenswürdigkeiten im Süden Pranglis

Gerade weil es zu Prangli und seinen Sehenswürdigkeiten kaum deutschsprachige Informationen gibt, habe ich mich hier bewusst etwas ausführlicher mit den einzelnen Orten beschäftigt.

Gasquelle

Nicht ganz so spektakulär wie das „Tor zur Hölle“ in der Karakum-Wüste Turkmenistans, aber dennoch interessant ist die dauerhafte Gasquelle Pranglis. Die Erdgasvorkommen Pranglis und seiner Nachbarinsel Keri wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckt, erwiesen sich aber als zu instabil für eine dauerhafte kommerzielle Nutzung. Diese Quelle entstand im Zuge von Testbohrungen 1959/60 und kann heute als Grill benutzt werden.

Hävitatud-Kodu-Monument (Zerstörtes-Zuhause-Denkmal)

Das Hävitatud-Kodu-Monument ist direkt an der Küste gelegen und erinnert an die in der sowjetischen Besatzung zerstörten estnischen Häuser sowie an die Menschen, die während des Zweiten Weltkriegs und der darauffolgenden Jahre von ihren Familien und ihrem Zuhause getrennt wurden. Das Monument war das vierte seiner Art in Estland und wurde 2012 eingeweiht. Verantwortlich hierfür zeichnet die Nichtregierungsorganisation Murtud Rukkilille Ühing, welche von Menschen, die vor Jahren unter den Besatzern gelitten hatten, gegründet wurde, um all jene zu vereinen, die zwischen die Fronten des Krieges geraten waren. Die Organisation wurde vom Präsidenten mit der Auszeichnung „Gebrochene Kornblume“ bedacht. Der Vorsitzende des Vereins, Enno Uibo, beschloss, an der Stelle seines zerstörten Hauses eine Hausecke als Denkmal zu errichten, um der Hunderttausenden von Häusern zu gedenken, die unter den Stiefeln der Aggressoren dem Erdboden gleichgemacht wurden. In der Folge wurde die Idee auf ganz Estland ausgeweitet. Das Denkmal auf Prangli wurde auf dem Grundstück eines ehemaligen Grenzschutzgebäudes errichtet, die Idee für das Denkmal – ein Kreuz aus Querbalken, das die Ecke des Hauses symbolisiert – stammte vom Architekten Haldo Oravas. Bei der Einweihung waren nicht nur der Bürgermeister und ein lokaler Pfarrer zugegen, sondern auch eine Abordnung der Marine sowie der Bürgermeister von Viimsis israelischer Partnerstadt.

Flugzeug-Denkmal

Im Zweiten Weltkrieg stürzte über Prangli ein deutsches Kampfflugzeug ab, der Pilot konnte sich mithilfe seines Fallschirms retten. Die Bewohner der Insel kümmerten sich um ihn und zum Dank schenkte er ihnen seinen Fallschirm. Aus dessen Fallschirmseide entstanden zahlreiche Brautkleider für Frauen der Insel. An diese Begebenheit erinnert heute noch ein Denkmal, welches aus den Überresten des Flugzeugmotors besteht.

Eestirand-Denkmal

Die SS Eestirand war ein 1910 erbautes Schiff, welches in den 1930er-Jahren als Mutterschiff der estnischen Heringsexpedition vor Island fungierte und nach der Besetzung Estlands durch die Sowjetunion im Jahr 1940 im Zweiten Weltkrieg als Transportschiff der sowjetischen Marine eingesetzt wurde. Ihre Hauptaufgabe war fortan der Transport von Truppen und Kriegsmaterial durch die stark verminte Ostsee. Als die deutschen Truppen im August 1941 auf Tallinn vorrückten, begannen die Sowjets mit den Evakuierungsvorbereitungen. Hierbei sollte die Eestirand Teil eines Konvois sein, der sowjetisches Militärpersonal und estnische Wehrpflichtige nach Kronstadt evakuieren sollte, um die deutsche Belagerung Leningrads zu beenden. Am 24. August 1941 geriet die Eestirand in der Nähe des Leuchtturms von Keri unter Beschuss deutscher Flugzeuge. 44 Mann starben bei dem Bombardement, viele weitere ertranken, nachdem sie über Bord gegangen waren. Der Kommandant der Evakuierungsflotte befahl dem Kapitän der Eestirand, die Fahrt nach Kronstadt fortzusetzen, doch der Kapitän ignorierte diesen Befehl und steuerte stattdessen die etwa 6 Kilometer südlich gelegene Insel Prangli an, um das schwer beschädigte Schiff dort auf Grund zu setzen. Nach der Strandung halfen Kapitän und Mannschaft den 2.700 überlebenden estnischen Wehrpflichtigen, die sowjetischen Soldaten an Bord des Schiffes zu entwaffnen und auf die Insel zu fliehen, um der Mobilmachung nach Leningrad zu entgehen. Nach dem Krieg wurde auf Prangli ein Denkmal zu Ehren der Passagiere und Besatzungsmitglieder der Eestirand errichtet, die auf dieser verhängnisvollen Fahrt ums Leben kamen. Das Denkmal besteht aus einem großen, vier Meter hohen Holzkreuz mit der Inschrift „Eestirand 24.08.41“, das mit einer Rettungsweste des Schiffes verziert ist. Der ursprüngliche Anker wurde aus dem Wrack geborgen und am Fuße des Kreuzes in Beton eingelassen. 42 kleinere weiße Holzkreuze erinnern an die Opfer des Angriffs.

Prangli kagu tulepaak (Südost-Leuchtturm)

Dieser Leuchtturm wurde 1954 errichtet und bringt es mit seiner Stahlgitterkonstruktion, die im oberen Bereich holzverkleidet ist, vom Sockel aus auf eine Höhe von 30 m, womit das Leuchtfeuer sogar 38,5 m über dem Meeresspiegel liegt. Augenscheinlich wird das Leuchtfeuer mit Solarenergie betrieben.

Punane kivi (Roter Stein)

Der größte Findling Pranglis weist eine gewölbte Oberseite und einen Sockel, der in sandigen Boden reicht, auf. Die Oberfläche des Findlings ist glatt, weist aber charakteristische Spuren der Wassererosion auf, die auf seine frühere Lage auf dem Meeresgrund hinweisen. Der Felsblock ist dicht mit Flechten bewachsen und wirkt daher aus der Ferne gräulich. Dieser Rapakiwi-Granit gehört zur Klasse der Riesenfelsen und misst 11,7 m in der Länge, 8,8 m in der Breite, 2,8 m in der Höhe und 31,1 m im Umfang. Er steht derzeit nicht unter Naturschutz, ist aber als Naturdenkmal ein wichtiges Wahrzeichen der Insel Prangli.

  • Eestirand-Denkmal
  • Flugzeug-Denkmal Prangli
  • Punane Kivi Prangli
  • Laurentsius-Kirche Prangli
  • Das Gemeindehaus von Prangli
  • Schule Prangli
  • Hävitatud-Kodu-Monument Prangli

Über den Westen zurück ins „Zentrum“

Nach so viel Geschichte wurde der Weg über die Insel wieder ruhiger: Wir verließen nun Idaotsa, den südlichen Teil Pranglis, ließen den kleinen Hafen Mölgi und den gleichnamigen Campingplatz links liegen, und wanderten weiter in den Westen der Insel nach Lääneotsa.

Hier erreichten wir die Laurentsius-Kirche, welche jedoch außerhalb von Gottesdiensten nur im Rahmen von Inselrundfahrten auch von innen besichtigt werden kann. Die Kirche wurde im Jahr 1848 errichtet, doch bereits seit 1829 wurden Spenden für den Bau gesammelt, um schließlich die Kosten von 427 Silber-Rubel aufbringen zu können. Nur 12 Jahre später, im Jahr 1860, wurde die Kirche umfassend renoviert, wobei auch eine Orgel eingebaut wurde. Rund um die Kirche liegt der überraschend große Friedhof von Prangli.

Hier fanden wir an ihrem westlichen Ende wieder auf die Hauptstraße und folgten ihr zurück ins Zentrum. Dort statteten wir dem Inselladen „Prangli Pood“ einen Besuch ab, der täglich wenige Stunden geöffnet hat; das daneben liegende Café Roheline Luuk hat nur von Juni bis August auf.

Norden der Insel: Sportanlagen im Wind

Nach Norden wandernd ließen wir den Hafen rechts liegen und waren nun wieder im Gebiet Kelnase unterwegs. Hier wurde es sportlich, denn wir kamen nicht nur an einem (verschneiten) Tennisplatz, sondern auch an einem Disc-Golf-Parcours vorbei! Insbesondere letzteres kam uns in dem Moment bei Windböen bis 90 km/h geradezu absurd vor… Eigentlich wollten wir noch zum Nordwest-Leuchtturm, doch Kälte und Sturm hatten uns schon so sehr angestrengt, dass wir uns diesen Weg sparten.

Der Prangli loode tuletorn liegt am Kap Rouendi und wurde 1960 erbaut. Die Höhe des weißen Stahlbetonturms beträgt vom Sockel aus 13 Meter, das Licht liegt 16 Meter über dem Meeresspiegel. Das Licht des Leuchtturms ist das ganze Jahr über während der Dunkelheit im Betrieb. Es blinkt viermal im Abstand von jeweils 0,5 Sekunden, wobei das Licht jedes Mal 0,5 Sekunden lang leuchtet. Anschließend ist es 11,5 Sekunden lang dunkel, und der Zyklus beginnt von neuem.

Sturm, Warten und die Frage der Rückfahrt

Wir kehrten wieder um und wollten die verbleibenden zwei Stunden bis zur Rückfahrt im Café am Hafen verbringen. Dort angekommen erwies sich dieses jedoch leider als geschlossen. Verpflegung hatten wir zwar natürlich ausreichend dabei, aber das war ja nicht das einzige Problem…

Was tun also? Weiter herumzulaufen war keine Option, sich irgendwo draußen hinzusetzen und 2 Stunden auszuharren angesichts der Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und des Sturms allerdings auch nicht. Wir sahen uns recht ratlos um und entdeckten direkt neben dem Café ein Gebäude, dessen Form an einen Baucontainer erinnerte. Auf gut Glück zog Franzi an der Tür und sie öffnete sich! Drinnen stand ein Tisch mit einigen Stühlen sowie eine Elektroheizung, die auf Hochtouren lief, und in einem kleinen Raum nebenan befanden sich Toilette und Waschbecken. Offensichtlich ein Aufenthaltsraum am Hafen – was für ein Glück!

Durch große Fenster über die gesamte Breite des Raums konnten wir nun den völlig menschenleeren Hafen beobachten – und uns Sorgen machen… Würde die Fähre heute noch zurückfahren? Auf der Website von Sunlines hatten wir gelesen, dass der Fährverkehr für den nächsten Tag aufgrund des Sturms bereits gestrichen war, und auf Fahrplanaushängen der Fährverbindung hatten wir gesehen, dass die „Wrangö“ bei mehr als 12 m/s Wind oder Wellen höher als 1,5 m nicht auslaufen würde.

Rückfahrt nach Leppneeme – Vertrauen in die Wrangö

Eine Viertelstunde vor der geplanten Abfahrtszeit wagten wir uns an Bord der Fähre, die seit unserer Ankunft am Morgen im Hafen gelegen hatte. Wir trafen auf die uns bereits bekannte Besatzung und eine weitere Passagierin. Die Dame sprach sehr gut Englisch und so erfuhren wir, dass sie auf Prangli wohnte und am nächsten Tag in Tallinn arbeiten müsse. Und da die Fähre am nächsten Morgen eben nicht fahren würde, musste sie nun schon am Vorabend übersetzen. Ach ja, und diese Einheimische, die sicherlich schon viele hundert Male zu allen Jahreszeiten mit der Fähre gefahren war, meinte, dass die Überfahrt äußerst stürmisch und unangenehm werden würde… Wieder wurde unser Ticket kontrolliert, wieder wurden uns Mülltüten ausgehändigt, doch der Seemann hatte gelernt und so bekam Franzi dieses Mal sogar zwei Stück in die Hand gedrückt. Nur eine davon sollte schließlich zum Einsatz kommen – und das war auch absolut nachvollziehbar, denn die „Wrangö“ lag bisweilen nahezu waagerecht auf den Wellen. Und dennoch stand der Besatzung noch die Rückfahrt bevor. Als wir schließlich am Fähranleger in Leppneeme vom Boot wankten, standen bereits viele Lieferanten bereit, die ihre Waren per Fähre nach Prangli gebracht wissen wollten und nun emsig mit dem Beladen begannen.

Die Faszination eines schwer erreichbaren Ortes

Prangli ist nicht das klassische Ausflugsziel. Und im Winter erst recht nicht. Tallinn bietet geschichtsträchtige Sehenswürdigkeiten, im Lahemaa-Nationalpark lässt es sich zu jeder Jahreszeit wunderbar wandern. Hinzu kommt: Die Insel lässt sich nicht mal eben bequem erreichen, mit Kaffee und Kuchen zum Nachmittag braucht man hier auch nicht zu rechnen. Aber dennoch hat mich Prangli fasziniert, wie es zuvor nur Doberdol geschafft hat. Und während Doberdol spektakulär auf 1700 m Höhe in einem Trogtal liegt, brilliert Prangli nicht durch seine Landschaft. Doch es ist einfach die Charakteristik eines Ortes, der von der sonstigen Menschheit nicht abgeschnitten, aber zumindest entfernt und nicht leicht zu erreichen ist, die mich so sehr anzieht.

Ich würde wieder herkommen, wahrscheinlich sogar lieber im Winter als Sommer, und auf eine geführte Tour würde ich auch dann verzichten. Denn auf eigene Faust und ohne touristische Prägung lassen sich solche Orte für mich einfach am echtesten erleben. Für jeden, der diese Faszination teilt, ist Prangli als Tagesausflug ein Muss. Und auch wenn man nach einigen Tagen in Tallinn einfach mal etwas anderes erleben, das Meer aber nicht missen möchte, bietet sich Prangli an.

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